Unisex Tarif in der Privaten Krankenversicherung?

Bislang unterscheiden sich die Beiträge bei der privaten Krankenversicherung nach Geschlecht, Eintrittsalter, gewählten Tarifen und Gesundheitszustand beim Eintritt. Die höheren Beiträge für Frauen wurden mit dem Argument gerechtfertigt, dass die Beiträge für eine Risikogruppe, in dem Falle die Frauen, kalkuliert werden und diese statistisch gesehen viel höhere Kosten im Schnitt verursachen, als Männer.
Hauptgründe sind dafür die höhere Lebenserwartung der Frauen und die zwischen 55 bis 65 Jahren, je nach Art der Kosten (Ambulant, Arzneien, Stationäre Behandlung) höheren Kosten, als die der Männer. Dafür sind die Kosten über 55-65 Jahren dann wieder geringer, als die der Männer. So dass, ohne die höhere Langlebigkeit der Frauen wahrscheinlich kein Unterschied der Beiträge über den gesamten Versicherungsverlauf zu beobachten wäre.

Andere Gründe könnten die häufigeren Vorsorgeuntersuchungen sein, oder die Mentalität der Frauen, lieber einmal mehr zum Arzt zu gehen, um keine Krankheiten zu verschleppen. Natürlich waren bislang die Kosten für Geburten und Schwangerschaft auch von den Frauen allein in ihren Tarifen zu tragen.
Dies hat die Bafin (Bundesaufsichtsamt für Finanzen) zum 01. Januar 2008 geändert. Die Kosten für Geburten, Schwangerschaft etc. werden dann auch auf die Tarife der Männer umgelegt. So ist damit zu rechnen, dass die Tarife der Männer ab 2008 insgesamt etwas steigen, die der Frauen vielleicht sogar sinken. Die Verteilung der Geburtsspezifischen Kosten auf die Tarife der Männer hat jedoch nicht so große Auswirkungen wie man denken könnte, da sich die Kosten auf eine vergleichsweise große Gruppe von PKV vollversicherten Männern verteilt, im Vergleich zu einer kleinen Gruppe voll versicherter Frauen in der PKV.
Ein weiterer kleiner Schritt in Richtung Gleichberechtigung.

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