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Krankenversicherungssysteme im Ausland

Die Krankenversicherung in anderen Ländern

Niederlande Am 1. Januar 2006 trat eine Gesundheitsreform in Kraft. Nach wie vor gilt eine Versicherungspflicht für alle. Jeder hat nur Anspruch auf eine Basisversorgung, die bescheidener ist als in Deutschland. 93 Prozent der Versicherten haben sich für eine Zusatzversicherung entschieden, etwa für Zahnbehandlungen oder Orthopädie. Alle Versicherten zahlen eine Gesundheitsprämie von im Schnitt gut 1000 Euro im Jahr. Damit ist die Grundversorgung abgedeckt. Zwei Drittel aller Haushalte erhalten einen Zuschuß vom Staat. Der Staat subventioniert Geringverdiener und die beitragsfreie Krankenversicherung Kind mit 4,5 Milliarden Euro.
Schweiz Die Schweiz hat die Bürgerversicherung mit der Kopfpauschale kombiniert. Jeder ist Mitglied der staatlichen Krankenversicherung. Die obligatorische Grundversorgung ist für alle gleich. Es gibt ein großes Angebot an Zusatzversicherungen, etwa für Zahnbehandlungen oder Lohnausgleich im Krankheitsfall. Jeder versicherte zahlt eine Kopfprämie, im Schnitt 185 Euro pro Monat. Es gibt keinen Arbeitgeberanteil und keine beitragsfreie Mitversicherung von Familienangehörigen. Ein Drittel aller Schweizer erhält einen Zuschuß aus Steuermitteln. ES existieren Eigenbeteiligungen und Zuzahlungen bis zu Höchstgrenzen.
Spanien ES Gibt eine staatliche Versorgung 98 Prozent der Bevölkerung sind abgesichert. Selbständige haben keine Möglichkeit, aus dem System auszusteigen. Die Qualität  der Grundversorgung ist umstritten, Zahnpflege umfaßt nur die Kontrolle, keine Eingriffe. Knapp 40 Prozent der Bevölkerung  haben eine private Zusatzversicherung. Das Gesundheitswesen wird komplett über indirekte Steuern finanziert. Die Gesundheitskosten (14 Milliarden Euro) machen rund sieben Prozent des staatlichen Sozialbudgets aus. Für Medikamente gilt eine Selbstbeteiligung von in der Regel 40 Prozent, ausgenommen Rentner und Kinder sowie schwer Kranke.
USA Für Ältere und Ärmere gibt es eine staatliche Grundsicherung (Medicaid und Medicare), ansonsten ist jeder für seinen Versicherungsschutz selbst verantwortlich. Etwa jeder siebte Amerikaner, also knapp 50 Millionen, sind unversichert. Die meisten Bürger sind über ihren Arbeitgeber versichert, ein wichtiger Bestandteil der Vergütung. Das System ist das teuerste der Welt. Die Versicherungsprämien sind lohnunabhängig. Die steuerfinanzierten staatlichen Programme kosten in 2006 734 Milliarden Dollar, für 2007 rechnen die Gesundheitsbehörden mit 808 Milliarden Dollar, es gibt Zuzahlungen und Selbstbeteiligung.
Schweden Die öffentliche Hand stellt die medizinische Grundversorgung für alle Einwohner bereit und finanziert sie auch. Für den Verdienstausfall bei Krankheit oder den Zahnersatz muss man zusätzliche Versicherungen abschließen,  Jugendliche erhalten eine kostenfreie Zahnbehandlung, Rentner bekommen Zuschüsse. Die Finanzierung erfolgt fast ausschließlich über Steuergelder, die in den einzelnen Provinzen auf die Einkommen erhoben werden - durchschnittlich etwa zehn Prozent. Dazu kommen Selbstbeteiligungen bei Arztbesuchen (bis 26 Euro), im Krankenhaus oder bei Medikamenten (bis zu 180 Euro im Jahr).
Großbritannien Gesetzliche Krankenkassen gibt es nicht. Die staatliche Gesundheitsbehörde garantiert allen Bürgern im Prinzip eine kostenlose Versorgung, der Leistungskatalog ist eng begrenzt. Zusätzlich kann man sich privat versichern (rund elf Prozent der Bevölkerung), zum Teil läuft dies über Arbeitsverträge. Das System finanziert sich überwiegend aus Steuern (74 Prozent), 26 Prozent kommen aus lohnabhängigen SozialversicherungsbeiträgenZuzahlungen werden für Medikamente, Sehtests, Brillen und zahnärztliche Leistungen erhoben -ausgenommen sind Kinder, Auszubildende, Schwangere und Senioren.
Frankreich Ein Mischsystem deckt rund 70 Prozent der Behandlungskosten durch obligatorische, einheitliche staatliche Gesundheitskassen. Den Rest übernehmen Zusatzversicherungen, die man frei wählen kann. Für  sozial Schwache ist die Grundsicherung kostenlos, für die Zusatzvorsorge existieren günstige Angebote. ' weniger als die Hälfte der Kosten werden durch lohnabhängige Arbeitgeber (12,8 Prozent) und Arbeitnehmerbeiträge (0,75 Prozent) finanziert, mehr als ein Drittel über die Sozialsteuer CSG (7,5 Prozent) auf alle Einkünfte. Hinzu kommen weitere Staatszuschüsse,  Praxisgebühren und Selbstbeteiligungen.
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