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Beitragsanpassung in der Privaten Krankenversicherung 2008

Wesentliche Punkte zur Beitragskalulation in der Privaten Krankenversicherung

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Die Beitragsanpassungen, die zum 01. Januar 2008 bei einigen privaten Krankenversicherungen durchgeführt wurden, bergen in diesem Jahr eine Besonderheit. Normalerweise entstehen Beitragsanpassungen durch höhere Kosten im Verlauf des vergangenen Versicherungsjahres. Diese müssen bei Überschreiten von festgelegten Grenzwerten von der privaten Krankenversicherung in Beitragsanpassungen umgelegt werden. Zum 01.01.2008 tritt zusätzlich das allgemeine Gleichheitsgesetz (AGG) in Kraft. Das AGG sieht vor, dass die Kosten für Geburten und Schwangerschaft, die bislang nur von den Frauen allein in ihren Tarifen getragen werden mussten, ab Januar 2008 auch auf die Tarife der Männer umgelegt werden müssen. Dies kann zu einer Beitragsanpassung in einzelnen Tarifen der Männer führen.
Diese unterschiedlichen Gründe für höhere Beiträge in einigen Tarifen bei einigen PKV Gesellschaften hat Konsequenzen für die außerordentliche Kündigungsmöglichkeit bei einer Beitragserhöhung der PKV. Bei einer regulären Beitragserhöhung ist die außerordentliche Kündigungsfrist 4 Wochen nach Erhalt des Erhöhungsschreibens. Tritt bei einer PKV zum 01.01.2008 eine Beitragsanpassung nur durch die Vorschrift des AGG ein, so ist dies keine reguläre Beitragserhöhung und die außerordentliche Kündigungsmöglichkeit entfällt.

Falls Sie in einer PKV versichert sind und über einen Wechsel nachdenken, können Sie gerne über obiges Anfrageformular eventuelle Beitragsanpassungen Ihrer Gesellschaft abfragen, insofern uns diese Informationen bereits vorliegen.

Bedenken Sie jedoch, dass ein Wechsel der privaten Krankenversicherung auch Nachteile mit sich bringt, wie z.B. eine neue Gesundheitsprüfung, die angesparten Alterungsrückstellungen und der gesetzliche 10% Zuschlag verbleiben bei der alten Gesellschaft. Denkt man an einen PKV Wechsel im ersten halben Jahr 2009 nach, so kann man die Alterungsrückstellung nur in Höhe des modifizierten Standardtarif bzw. Basistarif mitnehmen (sg. portable Altersrückstellung). D.h. die Altersrückstellungen für privatärztliche Leistungen etc. verbleiben bei der alten Versichertengemeinschaft wie bisher.

Sinnvoll ist es, sich diese portable Altersrückstellung von der bisherigen PKV errechnen zu lassen, um zu sehen was bei der alten Gesellschaft an Altersrückstellung verbleibt und ob sich dann ein Wechsel lohnt.

Allgemeines zum Beitrag in der PKV

Die Beiträge in der privaten Krankenversicherung werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen berechnet, die gleichermaßen für alle PKV Gesellschaften gelten. Jede private Krankenversicherung kalkuliert ihre Beiträge gedoch getrennt und ja nach Geschäftsergebnis. D.h. eine Beitragsanpassung zum 01.01.2009 wird i.d.R. im November bekannt gegeben und den Versicherten schriftlich mitgeteilt, nachdem das Ergebnis für das Jahr 2008 ungefähr bekannt ist. Bei einer Beitragsanpassung besteht ein außerordentliches Kündigungsrecht.

Die Beitragskalkulation erfolgt in Abhängigkeit von Art und Höhe des Versicherungsschutzes sowie vom Alter und Geschlecht der versicherten Person. Bei der Beitragsberechnung für eine günstige PKV werden alle Leistungen zugrundegelegt, die der Versicherer voraussichtlich während der gesamten Versicherungsdauer für die Versichertengemeinschaft innerhalb eines Tarifes aufzubringen hat.

Dabei wird durch den Aufbau der Alterungsrückstellung berücksichtigt, daß mit zunehmendem Alter die Inanspruchnahme von Versicherungsleistungen und damit das Krankheitsrisiko steigt. Als Gegenwert für die insgesamt zu entrichtenden Versicherungsleistungen wird der Beitrag festgesetzt. Unter der Voraussetzung, daß das in der Kalkulation berücksichtigte Kostenniveau im Gesundheitswesen konstant bleibt, bleibt auch der Beitrag für die gesamte Versicherungsdauer konstant, obwohl die Kosten mit dem Alter steigen. Allein das Älterwerden führt zu keiner Beitragsanpassung. Dies ist in den Musterbedingungen (AVB) in §8a (2) garantiert.

Mit der Gesundheitsreform wird der Basistarif in der Privaten Krankenversicherung eingeführt.

II. Der Mehrbeitrag aus der Beitragsanpassung in der PKV

Die Beitragskalkulation bezieht sich auf die, der Krankenversicherung zum Zeitpunkt der Beitragskalulation bekannten Kostenverhältnisse. Müssen in der Folgezeit höhere Versicherungsleistungen z.B. wegen besserer medizinischer Leistungen aufgebracht werden als ursprünglich einkalkuliert waren, so reicht der Beitrag nicht mehr aus und muß entsprechend dem gestiegenen Kostenniveau angepaßt werden. Eine dynamische, sich steigenden Kosten anpassende Leistungszusage erfordert einen dynamischen Beitrag, um das ursprüngliche Gleichgewicht zwischen Versicherungsleistungen und Beitrag wieder herzustellen.

Da die private Krankenversicherung aus ihrer sozialen Verantwortung heraus auf das ordentliche Kündigungsrecht verzichtet und auch einseitige Leistungskürzungen nicht möglich sind, stellen Beitragserhöhungen letztendlich die einzige Möglichkeit dar, eben dieses Gleichgewicht zwischen Versicherungsleistungen und Beitrag auf Dauer zu erhalten. Da private Versicherungen auch keine staatlichen Zuschüsse erhalten, wie in der Gesetzlichen Krankenversicherung, kommen die Mitglieder immer selbst für die enstandenen Kosten auf.

Die Rechtsgrundlage für Beitragsanpassungen ergibt sich aus den Tarifbedingungen d.h. Allgemeine Versicherungsbedingungen. Bei einer Beitragserhöhung müssen die Beiträge dem gestiegenen Kostenniveau angepaßt werden.

Dies bedeutet: für die künftig zu erwartenden Mehrleistungen aufgrund des gestiegenen Kostenniveaus muß ein Mehrbeitrag erhoben werden. Die Beitragsanpassung der PKV kann somit als zusätzlicher Abschluß einer Versicherung für eben diese Mehrleistungen angesehen werden. Für die Berechnung des Mehrbeitrages wird das bei der Anpassung erreichte Alter zugrundegelegt. Der bisherige Beitrag nach ursprünglichem Alter sowie der Mehrbeitrag nach erreichtem Alter abzüglich des Anrechungsbetrages (aus den gebildeten Rücklagen) ergeben den neuen Gesamtbeitrag.

Durch die unveränderte Fortführung des bisherigen Beitrages bleiben sämtliche bisher erworbenen Mitgliedschaftsrechte erhalten. Insbesondere bleibt auch die bisher angesammelte Altersrückstellung in unveränderter Höhe erhalten.

Dieser Sachverhalt kann am Beispiel der Erhöhung einer Krankentagegeldversicherung verdeutlicht werden. Ein Kunde, der € 50,- versichert hat, möchte diesen Betrag einige Jahre später um € 10,- d.h. 20% erhöhen. Der Beitrag für das auf € 60,- erhöhte Tagegeld setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

  1. bisheriger Beitrag für die bisherige Leistung in Höhe von € 50,- KT (vergleichbar mit Beitrag nach ursprünglichem Alter vor Anpassung)
  2. Beitrag für die Neuversicherung eines Krankentagegeldes in Höhe von € 10,- zum erreichtem Alter (vergleichbar mit Anpassungsmehrbeitrag nach erreichtem Alter für Mehrleistungen aufgrund von Kostensteigerungen).
    • Der Mehrbeitrag aus der Anpassung ist für alle Personen eines bestimmten erreichten Alters gleich; da der Mehrbeitrag nur abhängig ist von dem bei der Anpassung erreichten Alter, ist er insbesondere unabhängig vom bisher zu zahlenden Beitrag. Die absolute Erhöhung ist somit in der Regel für ein bestimmtes Alter gleich. Als Orientierung für die Größenordnung der absoluten Erhöhung kann die Neugeschäftsbeitragserhöhung des entsprechenden erreichten Alters herangezogen werden. Der Mehrbeitrag aus der Anpassung für einen Bestandskunden liegt unter der Erhöhung des Neugeschäftsbeitrages, weil bei der Anpassung keine Provisionen für das Neugeschäft eingerechnet werden.
  3. Beitragsanpassung in Selbstbehalttarifen:
    • Die Beitragsanpassungen in Selbstbehalttarifen fallen in der Regel prozentual höher aus als in den entsprechenden 100% Stufen. Warum dieses so ist, soll Ihnen folgendes Beispiel verdeutlichen.

In nachstehender Tabelle ist zusammengestellt, wie sich eine 10%-ige Kostensteigerung im Gesundheitswesen auf die Leistungen eines Tarifes mit einem jährlichen Selbstbehalt von € 500,- auswirkt.

Heilbehandlungskosten
p.a. in €
Erstattung bei 500,- € Selbstbehalt Heilbehandlungskosten
p.a. in € bei Kostensteigerung von 10%
Erstattung bei 500,- € Selbstbehalt
300,-- 0,-- 330,-- 0,--
400,-- 0,-- 440,-- 0,--
500,-- 0,-- 550,-- 50,--
600,-- 100,-- 660,-- 160,--
700,-- 200,-- 770,-- 270,--
800,-- 300,-- 880,-- 380,--
1.000,-- 500,-- 1.100,-- 600,--
       
4.300,-- 1.100,-- 4.730,-- 1.460,--

Die Beispielrechnung zeigt, daß sich Kostensteigerungen im Gesundheitswesen auf die Leistungen eines Selbstbehalttarifes bei einer Privaten Krankenversicherung prozentual viel stärker auswirken. So steigen in obigem Beispiel die Leistungsausgaben von insgesamt € 1.100,- auf € 1.460,- = um gut 33% bei einer allgemeinen Kostensteigerung von nur 10%. Der überproportionale Kostenanstieg ist darin begründet, daß bei steigender Kostenentwicklung der Selbstbehalt immer mehr entwertet wird und dadurch ein immer größerer Anteil der Heilbehandlungskosten in den Bereich der tariflichen Erstattung fällt. Dennoch fällt der Leistungsanstieg in absoluter Höhe, d.h. in Euro, in den Selbstbehalttarifen im Vergleich zu den 100%-Tarifen in der Regel viel geringer aus. Das liegt daran, daß trotz Kostensteigerung ein Teil der Ausgaben auch weiterhin unterhalb des Selbstbehaltes bleibt und damit die tarifliche Leistungsentwicklung nicht belastet.

Um den inneren Wert des Versicherungsschutzes zu erhalten, muß der Selbstbehalt in regelmäßigen Abständen im Zusammenhang mit Beitragsanpassungen erhöht werden. Allerdings ist es den Versicherten nicht zuzumuten, mit jeder Beitragsanpassung auch eine Selbstbehaltserhöhung vorzunehmen. Zudem muß auch eine Kontinuität in den Selbstbehalttarifen gewahrt werden und die Selbstbehalte in ihrer Höhe marktkonform bleiben.

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